"Populismus ist ein Begriff, den jeder gern in den Mund nimmt, der bei näherer Betrachtung aber zerbröselt, weil sich alle Akteure der Öffentlichkeit im Kampf um Marktanteile, Quoten und Wählerstimmen populistisch betätigen. Der Populismus ist nicht nur zum " dominanten Politik-Stil der Epoche" geworden, wie Hans-Jürgen Puhle meint, sondern mehr noch: zum Kennzeichen unseres modernen Lebens. Das zu beklagen, sich eine Zeit zurückzuwünschen, in der das nicht so war, und diese Vergangenheit zu glorifizieren ist - man ahnt es bereits - selbst zutiefst populistisch."
"Man kann in diesen ersten Bewegungen bereits die wesentlichen Merkmale des Populismus ausmachen. Erstens: Er entsteht meist in Zeiten sozialer Verwerfungen und ist fast immer anti-modern. "Früher war alles besser", lautet die Botschaft. Das Früher wird überhöht und als idealer Ort dargestellt, in dessen Licht Gegenwart und Zukunft nur trübe erscheinen können. "Zurück in die Vergangenheit" heißt die Losung. So gelingt es, gezielt jene zu mobilisieren, die sich als Verlierer des Wandels sehen.
Zweitens: Schuld am Niedergang haben immer die anderen. Die Bonzen, die Kapitalisten, die Politiker. Die taugen einfach nichts. Haben sich vom Volk entfremdet und es verraten. Und nun endlich kommen jene, die genau wissen, was das Volk, die Masse, die Öffentlichkeit (alles Bezeichnungen für das lateinische populus) wirklich will. "
Und der Glaube, dass die Populisten es anders oder sogar besser machen, nachdem sie die Regierung beseitigt haben (denn das ist doch die populistischste Methode der Problemlösung, möglichst mit vielen Laternen und Aufhängen), ist schon wieder der reine Populismus...
In Deutschland sind Populisten nicht wohl gelitten. Dabei gehören sie zur Politik, egal welcher Couleur. |