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Money Monitor Februar 2021: ESG-ETFs gefragt wie nie


23.03.21 11:47
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - ESG-ETFs haben im vergangenen Monat in Europa vom beispiellosen Nachfragetrend profitiert und beeindruckende 12,6 Milliarden Euro eingesammelt, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Das gehe aus den jüngsten Daten des Lyxor ETF Money Monitors hervor. Der Zuwachs stelle einen neuen Rekord dar - zugleich hätten ESG-ETFs rund 70 Prozent der gesamten ETF-Zuflüsse im Februar ausgemacht.

Gefragt gewesen seien auch Smart-Beta-ETFs - sie hätten Mittelzuflüsse in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verzeichnet, wobei insbesondere Value- und gleichgewichtete Strategien auf das Interesse der Anleger gestoßen seien.

Renten-Fonds und Renten-ETFs hätten zusammen 27,9 Milliarden Euro an Netto-Neugeldern eingesammelt. Davon seien 22,6 Mrd. Euro in Publikumsfonds und 5,4 Milliarden Euro in ETFs geflossen. Obwohl der Februar ein starker Monat für Unternehmensanleihen gewesen sei, seien die jüngsten Zuflüsse angesichts der wachsenden Sorgen über die Inflations- und Zinsaussichten allerdings ins Stocken geraten.

Aktien-Fonds und Aktien-ETFs hätten einen Zufluss an Netto-Neugeldern in Höhe von 46,6 Milliarden Euro verbucht, davon seien 35,2 Milliarden Euro auf Fonds und 11,4 Milliarden Euro auf ETFs entfallen.

Insgesamt hätten ETFs im vergangenen Monat 18 Milliarden Euro eingesammelt. Der Februar sei ein starker Monat für Risikoanlagen gewesen, in dem sowohl Aktien als auch Fixed-Income-Papiere solide Zuflüsse verzeichnet hätten. Allerdings hätten die Sorgen über eine höhere Inflation und steigende Renditen die Marktstimmung getrübt. Die Anleger hätten verstärkt nach Engagements in inflationsgebundenen Anleihen gesucht. Zudem hätten sie in Deep-Value-Segmente wie den Finanz- und Energiesektor umgeschichtet.

Die globale Erholung nehme Fahrt auf, was durch den starken Anstieg der globalen Einkaufsmanagerindices in den vergangenen Monaten unterstrichen werde. Das Preisniveau normalisiere sich. Die Erholung der US-Wirtschaft gebe dabei in den entwickelten Märkten die Richtung vor. Der Inflationsdruck habe zwar seit dem zweiten Halbjahr 2020 nachgelassen. Auf dem Höhepunkt der Covid-19-Krise sei der Inflationsdruck allerdings stark verzerrt gewesen, da nicht nur die Nachfrage aufgrund von Lockdown-Maßnahmen eingebrochen sei, sondern auch die Ölpreise einen beispiellosen Markteinbruch erlebt hätten. Die gestiegene Unsicherheit über die Inflationsaussichten habe viele Analysten verunsichert. Als sich die Wirtschaftsaktivitäten zu erholen begonnen hätten, habe dies die Marktdebatte angeheizt. Ein höherer Inflationsdruck habe auch die Realzinsen in die Höhe getrieben, zusammen mit einer fortschreitenden Versteilerung der US-Treasury-Kurve.

Anleger hätten sich in den vergangenen Monaten in ihren Portfolios mit ETFs und Fonds bereits für eine Erholung der Inflationserwartungen positioniert: Inflationsgebundene Anleihen-ETFs hätten in den vergangenen sechs Monaten 3,6 Milliarden Euro eingesammelt.

Inflationsgebundene Anleihen seien die gängigste Wahl, wenn es um den Schutz eines Portfolios vor Inflation gehe. Die Anleger hätten sich dabei insbesondere auf US-Inflationsfonds und -ETFs konzentriert. Es habe jedoch auch einen kleinen Nachfrage-Schub für globale und europäische inflationsgeschützte Rentenpapiere gegeben.

Seit dem Sommer 2020 habe es eine deutliche Umschichtung in Energie- und Finanzwerte gegeben - zwei Sektoren, die auf dem Höhepunkt der Coronakrise am stärksten betroffen gewesen seien. Diese beiden Sektoren würden nach wie vor als eine effiziente Anlagemöglichkeit angesehen, wenn es um Value-Titel gehe. Zudem sei Informationstechnologie trotz steigender Renditen weiterhin sehr gefragt. Die Zuflüsse in Value-ETFs hätten sich über alle Regionen hinweg beschleunigt, sowohl bei europäischen als auch US-amerikanischen ETFs. (23.03.2021/fc/n/e)