Stellt euch vor, der Bürgermeister eines Dorfes an einem See macht bekannt: "Wir haben ein Riesenproblem mit dem See. Er ist von einer Alge befallen, die sich jeden Tag verdoppelt. Natürlich rennen die Leute jeden Tag hin, um das Schauspiel zu beobachten. Und die ersten 15-20 Tage sehen sie: so gut wie nix. Die ersten sagen: "Wir sind mal wieder verarscht worden!" "Die haben doch ne Meise, die da oben!" "Typische Panikmache der Umweltschützer" usw.
Am 25. Tag sind erst 1/32 des Sees befallen. Also immer noch sehr kleine Inseln von Algen. Am 26. Tag: 1/16 Am 27. Tag 1/8 Am 28. Tag 1/4 Am 29. Tag 1/2 Am 30. Tag der ganze See dicht.
Das sind die Tücken der exponentiellen Verbreitung. Die letzten 5 Tage sind hier die entscheidenden, die das Desaster sichtbar machen.
Zu Corona: Die letzten Tage haben sich die bestätigten Fälle ungefähr mit dem Faktor 1,27 verbreitet.
Das bedeutet - das kann sich jeder mit dem Taschenrechner ausrechnen -, wenn man nichts tut, um die Ausbreitung zu verlanfgsamen, ist man irgendwo gegen Mitte Ende April bei 8 Mio. Infizierten. Panikmache? Ne. Mathe!
Eine Reduktion der Infektionen auf den Faktor 1,1 pro Tag, würde diesen Prozess DRAMATISCH verlangsamen und man käme im selben Zeitraum auf irgendwas zwischen 25.000 und 30.000 Infizierten.
Nur mal so zum mathematischen Hintergrund des sinnvollen Bestrebens, die Ausbreitung zu verlangsamen. ----------- Alles ist relativ. |