ETFs: Auch Gewinnmitnahmen in Tech-Trackern


17.09.25 09:48
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Im ETF-Handel überwiegen zwar insgesamt die Zuflüsse, so die Deutsche Börse AG.

Tech-ETFs würden aber nicht mehr nur gekauft, sondern auch verkauft, wie Frank Mohr von der Société Générale berichte. Ivo Orlemann von der ICF Bank beobachte zudem nochmals stärkeres Interesse an Rüstungs-ETFs. "Hier machen sich wohl die Drohnenangriffe auf Polen bemerkbar." Außerdem seien Gold- und Silber-ETCs weiter Thema.

Im Zuge der KI-Euphorie und in Erwartung einer US-Leitzinssenkung am morgigen Mittwoch hätten die US-Märkte zuletzt neue Allzeithochs erreicht. Der DAX bewege sich hingegen seit Monaten seitwärts. Am Dienstagmittag liege er bei 23.650 Punkten.

Der Großteil der Umsätze im Handel mit Aktien-ETFs entfalle Mohr zufolge weiter auf US- und World-Aktien. Bei den US-Aktien gehe es meist um MSCI- und S&P 500-Tracker. Gesucht sei aber auch Spezielleres wie der Amundi MSCI USA ESG Broad Transition (ISIN IE000QQ8Z0D8). Im World-Bereich kämen MSCI World-ETFs von iShares, Xtrackers oder Amundi gut an, ebenso FTSE All World-Tracker von Invesco oder Vanguard.

Wie bereits in den Vorwochen seien DAX- und Euro Stoxx-ETFs nicht mehr so gefragt. "Die Verkäufe überwiegen", melde Mohr. Betroffen seien der iShares Core DAX (ISIN DE0005933931), der Xtrackers DAX (ISIN LU0274211480) sowie Euro Stoxx-Tracker diverser Emittenten. Für MDAX-ETFs sehe er eher Zuflüsse, wenn auch nicht im großen Stil.

Etwas mehr Interesse, ebenfalls auf kleiner Flamme, registriere Mohr für Emerging Markets-ETFs wie den iShares Core MSCI EM IMI (ISIN IE00BKM4GZ66) und den Amundi MSCI Emerging Markets Swap (ISIN LU1681045370).

"Extrem nachgefragt" seien Orlemann zufolge zudem Rüstungs-ETFs, vor allem der VanEck Defense (ISIN IE000YYE6WK5) und der WisdomTree Europe Defence (ISIN IE0002Y8CX98). Beide hätten zuletzt erneut starke Kurszuwächse verzeichnet. Weiter Thema seien Goldminen-ETFs, die im Zuge der Goldpreis-Rally stark zugelegt hätten. "Es sind meist Käufe, wir sehen aber auch Verkäufe", erkläre Mohr.

Umsatzschwergewichte im Handel mit Branchen-ETFs würden allerdings Tech-Aktien bleiben. Einige lange Zeit extrem beliebte ETFs würden nun verkauft, wie Mohr feststelle, etwa der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data (ISIN IE00BGV5VN51) und der iShares Automation & Robotics (ISIN IE00BYZK4552). Gekauft würden jetzt Cyber Security-Tracker wie der iShares Digital Security (ISIN IE00BG0J4C88) und der First Trust Nasdaq Cybersecurity (ISIN IE00BF16M727).

Auch im August hätten sich die Zuflüsse in ETFs in Europa fortgesetzt, wie das ETF-Analyse- und Handelshaus Crossflow berichte. Insgesamt seien es netto 23,5 Milliarden Euro gewesen, davon 15,5 Milliarden Euro in Aktien- und 6,4 Milliarden Euro in Anleihe-ETFs sowie 1,6 Milliarden Euro in Gold-Produkte. "Der Flow in diesem Jahr war bisher deutlich wechselhafter als im Vorjahr", heiße es aber, wohl aufgrund einer gewissen Unsicherheit der Anleger. Auffällig nach den hohen Zuflüssen in europäische Aktien in der ersten Jahreshälfte: Im August hätten US-ETFs mit 6,4 Milliarden Euro den größten Zuwachs seit einem Jahr erhalten. Die Nachfrage bei Europa-ETFs stagniere hingegen bei 2,2 Milliarden Euro.

Im Anleihebericht seien Geldmarkt-ETFs Mohr zufolge weiter Umsatzrenner, mit Geschäft in beide Richtungen. Eher gesucht seien aktuell Schwellenländer-Bonds, etwa mit dem iShares JP Morgan USD EM Bond (ISIN IE00B2NPKV68), außerdem europäische Staatsanleihen (ISIN LU1437018598). Janis Völker von Lang und Schwarz beobachte ein generell wachsendes Interesse an Anleihen-ETFs. "Die großen Bewegungen auf den Staatsanleihenmärkten dürften der Grund sein."

Mehrere Goldpreishochs würden zudem den Handel mit Edelmetall-ETCs und Minen-ETFs beflügeln. "Bei uns sind vor allem ETCs gefragt", erkläre Völker. Gesucht bei der ICF-Kundschaft seien der Invesco Physical Gold-ETC (ISIN IE00B579F325) und der Global X Silver Miners-ETF (ISIN IE000UL6CLP7).

Auch der Bitcoin sei zuletzt wieder gestiegen, liege mit aktuell 115.000 US-Dollar aber noch deutlich unter dem Allzeithoch von über 124.000 US-Dollar. Der Handel mit Krypto-ETNs bleibe rege. "Eine klare Richtung gibt es aber nicht", bemerke Orlemann. Völker beobachte eher Interesse an kleineren Währungen, weniger an Bitcoin und Ethereum. (Ausgabe vom 16.09.2025) (17.09.2025/fc/a/e)





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