Der heutige Kursrückgang ist ohne Frage enttäuschend, lässt sich aber im aktuellen Kontext gut einordnen. Wir sehen weiterhin außergewöhnlich hohe Umsätze, was typisch für die Phase nach einer Kapitalerhöhung ist. Der Druck kommt überwiegend von kurzfristigen Marktteilnehmern wie Arbitrage- und Event-Tradern, nicht aus einer plötzlichen Verschlechterung der Unternehmenslage
Die häufig genannten 1,35 € werden oft missverstanden. Dabei handelt es sich lediglich um den formalen Bezugspreis der Kapitalerhöhung, nicht um den realen Einstand der meisten Zeichner. Die Bezugsrechte hatten einen Marktwert und wurden je nach Zeitpunkt für rund 0,30–0,40 € gehandelt, sodass der wirtschaftliche Einstand eher im Bereich von ca. 1,65–1,75 € lag. Ein Kursrückgang bis auf 1,35 € würde implizieren, dass diese Bezugsrechte wertlos waren und Anleger deutlich unter ihrem tatsächlichen Einstand verkaufen – dafür gibt es aktuell keine fundamentale Grundlage.
Der jüngste Kursrückgang ist vor allem durch technischen Verkaufsdruck nach der Kapitalerhöhung erklärbar, insbesondere durch Arbitrage- und Event-Trader, die ihre Positionen unabhängig vom Kurs abbauen. Solche Phasen gehen typischerweise mit sehr hohen Umsätzen einher und führen nicht selten zu kurzfristigen Übertreibungen nach unten.
Solange sich die operativen Rahmenbedingungen des Unternehmens nicht verschlechtern und keine neuen negativen Nachrichten auftreten, ist eine Stabilisierung primär im Bereich von 1,65–1,75 € plausibel. Kurzfristige Untertreibungen bis 1,55–1,60 € sind möglich, wären jedoch eher als temporärer Washout zu werten. 1,35 € erscheint nur in einem klar negativen Szenario realistisch, etwa bei zusätzlichen fundamentalen Belastungen. |