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BVI: So lief das Fondsjahr 2020 - Fondsnews
24.02.21 12:30
FONDS professionell
Wien (www.fondscheck.de) - Der BVI hat seine neueste Investmentstatistik vorgelegt, so die Experten von "FONDS professionell".
Demnach blicke Deutschlands Asset-Management-Branche auf das drittbeste Jahr ihrer Geschichte zurück. FONDS professionell ONLINE zeige die wichtigsten Trends und nenne Gewinner sowie Verlierer.
Deutschlands Fondsindustrie habe zum Jahresende 2020 fast 3,9 Billionen Euro verwaltet - so viel wie nie zuvor. Das zeige die aktuelle Investmentstatistik des Branchenverbands BVI. Allein im vergangenen Jahr hätten die Anbieter hierzulande rund 127 Milliarden Euro an frischem Geld eingesammelt. Nur 2015 (193 Milliarden Euro) und 2017 (164 Mrd. Euro) habe die Branche noch höhere Mittelzuflüsse verzeichnet.
"Der deutsche Fondsmarkt hat sich 2020 trotz der Corona-Krise sehr gut entwickelt", habe BVI-Präsident Alexander Schindler auf der Jahrespressekonferenz des Verbands gesagt. "Die hohen Zuflüsse unterstreichen die wichtige Rolle von Fonds in der Altersvorsorge und belegen die Bedeutung des Vertriebs in turbulenten Börsenphasen."
Der Löwenanteil der Nettomittelzuflüsse sei auf Spezialfonds für institutionelle Investoren entfallen. Doch auch offene Publikumsfonds hätten großen Zulauf gehabt: Sie hätten unter dem Strich 43 Milliarden Euro eingesammelt, deutlich mehr als 2018 (22 Mrd. Euro) und 2019 (17 Mrd. Euro).
Der BVI sehe vor allem das regelmäßige Sparen privater Anleger als stabile Komponente im Neugeschäft. "Da Sparbücher keine Erträge mehr abwerfen, beobachten wir ein zunehmendes Interesse an Fondssparplänen", sage Schindler. "Die niedrigen Zinsen schaffen also das, woran jahrelange Finanzbildung oder die Förderung der Aktienkultur gescheitert sind." Der BVI schätze, dass es mittlerweile weit über zehn Millionen Deutsche gebe, die regelmäßig in Fondssparpläne einzahlen würden.
Starkes Wachstum beobachte der Verband auch bei Nachhaltigkeitsfonds. Im vergangenen Jahr seien ihnen netto 20,6 Milliarden Euro zugeflossen. Demnach entfalle knapp die Hälfte des Neugeschäfts von Publikumsfonds auf diese Produkte. 2017 habe diese Quote noch bei sechs Prozent gelegen.
In welche Fonds sei 2020 das meiste Geld geflossen? Wer dürfe sich zu den absatzstärksten Anbietern zählen - und wer müsse hohe Abflüsse hinnehmen?
Mit Aktienfonds hätten die in Deutschland aktiven Investmentgesellschaften im vergangenen Jahr mehr als 20 Milliarden Euro eingesammelt - etwa doppelt so viel wie mit Mischfonds. Auch Immobilienfonds würden sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen.
Rentenportfolios seien seit Jahren weniger stark gefragt als Aktien- oder Mischfonds, was angesichts der niedrigen Zinsen nicht weiter verwundere. Dennoch stünden sie immer noch für gut 18 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens in offenen Publikumsfonds.
Obwohl Publikumsfonds auf großes Anlegerinteresse stoßen würden, fließe deutlich mehr Geld in Spezialfonds. Deren Kunden - institutionelle Investoren wie Versicherer oder Pensionskassen - hätten permanent Anlagebedarf.
Der Anlagedruck der institutionellen Investoren sei derart groß, dass Spezialfonds gemessen am verwalteten Vermögen für mehr als die Hälfte des gesamten Asset-Management-Marktes stünden.
Kein Asset Manager habe 2020 mit Wertpapierfonds mehr Geld eingesammelt als Flossbach von Storch. Der Kölner Vermögensverwalter habe damit selbst nationale Branchengrößen wie die DWS und Union Investment hinter sich gelassen. Auch Europas größter Asset Manager Amundi sei im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt sehr erfolgreich gewesen. Bei dessen drei absatzstärksten Fonds handele es sich allerdings um Geldmarktprodukte, in denen beispielsweise Unternehmen kurzfristig überschüssige Liquidität parken würden.
Die höchsten Abflüsse aus Wertpapierpublikumsfonds habe im vergangenen Jahr die frühere ETF-Sparte der Commerzbank verzeichnet, die mittlerweile zu Lyxor gehöre: Zahlreiche ehemalige Comstage-Produkte seien auf Lyxor-Fonds verschmolzen worden und seien damit aus der BVI-Statistik verschwunden. Franklin Templeton leide nach wie vor unter Abflüssen aus früheren Bestsellern wie dem Templeton Global Bond, dem Templeton Global Total Return oder dem Templeton Growth. Bei der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) Société Générale Securities Services seien zahlreiche Fonds auf andere KVGen übertragen worden.
Das von der deutschen Fondsbranche verwaltete Vermögen habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt, zeige diese Langfristübersicht des BVI. Das Volumen der offenen Publikumsfonds sei dabei "nur" um rund 66 Prozent gestiegen, das der offenen Spezialfonds dagegen um stolze 145 Prozent. (News vom 23.02.2021) (24.02.2021/fc/n/s)
Demnach blicke Deutschlands Asset-Management-Branche auf das drittbeste Jahr ihrer Geschichte zurück. FONDS professionell ONLINE zeige die wichtigsten Trends und nenne Gewinner sowie Verlierer.
Deutschlands Fondsindustrie habe zum Jahresende 2020 fast 3,9 Billionen Euro verwaltet - so viel wie nie zuvor. Das zeige die aktuelle Investmentstatistik des Branchenverbands BVI. Allein im vergangenen Jahr hätten die Anbieter hierzulande rund 127 Milliarden Euro an frischem Geld eingesammelt. Nur 2015 (193 Milliarden Euro) und 2017 (164 Mrd. Euro) habe die Branche noch höhere Mittelzuflüsse verzeichnet.
"Der deutsche Fondsmarkt hat sich 2020 trotz der Corona-Krise sehr gut entwickelt", habe BVI-Präsident Alexander Schindler auf der Jahrespressekonferenz des Verbands gesagt. "Die hohen Zuflüsse unterstreichen die wichtige Rolle von Fonds in der Altersvorsorge und belegen die Bedeutung des Vertriebs in turbulenten Börsenphasen."
Der Löwenanteil der Nettomittelzuflüsse sei auf Spezialfonds für institutionelle Investoren entfallen. Doch auch offene Publikumsfonds hätten großen Zulauf gehabt: Sie hätten unter dem Strich 43 Milliarden Euro eingesammelt, deutlich mehr als 2018 (22 Mrd. Euro) und 2019 (17 Mrd. Euro).
Der BVI sehe vor allem das regelmäßige Sparen privater Anleger als stabile Komponente im Neugeschäft. "Da Sparbücher keine Erträge mehr abwerfen, beobachten wir ein zunehmendes Interesse an Fondssparplänen", sage Schindler. "Die niedrigen Zinsen schaffen also das, woran jahrelange Finanzbildung oder die Förderung der Aktienkultur gescheitert sind." Der BVI schätze, dass es mittlerweile weit über zehn Millionen Deutsche gebe, die regelmäßig in Fondssparpläne einzahlen würden.
Starkes Wachstum beobachte der Verband auch bei Nachhaltigkeitsfonds. Im vergangenen Jahr seien ihnen netto 20,6 Milliarden Euro zugeflossen. Demnach entfalle knapp die Hälfte des Neugeschäfts von Publikumsfonds auf diese Produkte. 2017 habe diese Quote noch bei sechs Prozent gelegen.
Mit Aktienfonds hätten die in Deutschland aktiven Investmentgesellschaften im vergangenen Jahr mehr als 20 Milliarden Euro eingesammelt - etwa doppelt so viel wie mit Mischfonds. Auch Immobilienfonds würden sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen.
Rentenportfolios seien seit Jahren weniger stark gefragt als Aktien- oder Mischfonds, was angesichts der niedrigen Zinsen nicht weiter verwundere. Dennoch stünden sie immer noch für gut 18 Prozent des gesamten verwalteten Vermögens in offenen Publikumsfonds.
Obwohl Publikumsfonds auf großes Anlegerinteresse stoßen würden, fließe deutlich mehr Geld in Spezialfonds. Deren Kunden - institutionelle Investoren wie Versicherer oder Pensionskassen - hätten permanent Anlagebedarf.
Der Anlagedruck der institutionellen Investoren sei derart groß, dass Spezialfonds gemessen am verwalteten Vermögen für mehr als die Hälfte des gesamten Asset-Management-Marktes stünden.
Kein Asset Manager habe 2020 mit Wertpapierfonds mehr Geld eingesammelt als Flossbach von Storch. Der Kölner Vermögensverwalter habe damit selbst nationale Branchengrößen wie die DWS und Union Investment hinter sich gelassen. Auch Europas größter Asset Manager Amundi sei im vergangenen Jahr auf dem deutschen Markt sehr erfolgreich gewesen. Bei dessen drei absatzstärksten Fonds handele es sich allerdings um Geldmarktprodukte, in denen beispielsweise Unternehmen kurzfristig überschüssige Liquidität parken würden.
Die höchsten Abflüsse aus Wertpapierpublikumsfonds habe im vergangenen Jahr die frühere ETF-Sparte der Commerzbank verzeichnet, die mittlerweile zu Lyxor gehöre: Zahlreiche ehemalige Comstage-Produkte seien auf Lyxor-Fonds verschmolzen worden und seien damit aus der BVI-Statistik verschwunden. Franklin Templeton leide nach wie vor unter Abflüssen aus früheren Bestsellern wie dem Templeton Global Bond, dem Templeton Global Total Return oder dem Templeton Growth. Bei der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) Société Générale Securities Services seien zahlreiche Fonds auf andere KVGen übertragen worden.
Das von der deutschen Fondsbranche verwaltete Vermögen habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt, zeige diese Langfristübersicht des BVI. Das Volumen der offenen Publikumsfonds sei dabei "nur" um rund 66 Prozent gestiegen, das der offenen Spezialfonds dagegen um stolze 145 Prozent. (News vom 23.02.2021) (24.02.2021/fc/n/s)
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