Milliardenportfolio von Frank Fischer verliert Spitzenrating - Fondsnews


22.03.19 18:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Es liegt wieder vor, das Fondsrating-Update von Scope, so die Experten von "FONDS professionell".

Über 6.100 UCITS-Portfolios hätten die Analysten der Ratingagentur dafür unter die Lupe genommen. Nun hätten sie ihr jüngstes Urteil veröffentlicht. Dieses dürfte bei Pictet Asset Management für Freude sorgen: Pünktlich zum Weltwassertag am 22. März werde der Wasserfonds des Schweizer Vermögensverwalters, der Pictet - Water (ISIN LU0104884860 / WKN 933349), von der zweitbesten Bewertungsstufe "B" auf die Spitzennote "A" hochgestuft. Damit steige der Pictet-Wasserfonds auf die bestmögliche der fünf Scope-Ratingstufen ("A" bis "E") auf.

Der Themenfonds - übrigens das Portfolio mit der längsten Datenhistorie in der Vergleichsgruppe "Aktien Wasser" - sei erst im August 2018 in den Top-Rating-Bereich ("A" und "B") vorgestoßen. Die beiden verantwortlichen Manager Cédric Lecamp und Louis Veilleux würden weltweit Ausschau nach besonders vielversprechenden Unternehmen aus den Bereichen Wasserversorgung, -technologie und -aufbereitung halten. "Ein Grund für das Upgrade ist die Outperformance gegenüber dem MSCI World in den vergangenen sechs Monaten", begründe Scope-Analyst Martin Fechtner die Hochstufung. Auch über längere Zeiträume habe der Fonds überzeugende Performance-Werte gezeigt: Mit jährlich 9,1 Prozent auf Fünf-Jahressicht liege er deutlich über dem Wettbewerbs-Durchschnitt der Peergroup "Aktien Wasser" (7,6 Prozent jährlich).

Die zehn größten Fonds mit einem Upgrade im Februar:

Pictet-Water

Franklin U.S. Opportunities Fund
Fidelity Funds Asia Focus Fund
BlackRock Strategic Funds European Absolute Return Fund
Threadneedle (Lux) Pan European Smaller Companies Fund (ISIN LU1829329819 / WKN A2JN7N)
Swiss Life Funds (LUX) Prudent (ISIN LU0367327417 / WKN A0Q4AG)
Parvest Global Environment - Classic (ISIN LU0347711540 / WKN A0NE8V)
LGT Select Equity North America
Janus Henderson Horizon Pan European Alpha Fund
Allianz Nebenwerte Deutschland
Quelle: Scope Analysis, Stand: 28.02.2019

Doch nicht alle geprüften Portfolios hätten in der neuesten Leistungsschau überzeugen können. Der volumenstärkste Fonds mit einem Downgrade sei in der aktuellen Ratingübersicht der BGF Euro Bond. Die Scope-Analysten hätten das knapp fünf Milliarden Euro schwere Blackrock-Dickschiff aus der Peergroup "Renten Euro" von "A" auf "B" herabgestuft. Zuvor habe der Rentenfonds fünf Jahre lange ohne Unterbrechung die Spitzennote "A" bekommen.

Während der BGF Euro Bond auch nach dem Downgrade noch ein Top-Rating halte, verliere der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen seine Spitzenbewertung. Immerhin seit September 2013 habe der rund 2,5 Milliarden Euro schwere Fonds von Starmanager Frank Fischer stets ein "A"- oder "B"-Rating gehalten. Nun habe er ein "C" bekommen. Ein wesentlicher Grund dafür sei Scope-Fachmann Fechtner zufolge, dass die Performance mit 1,2 Prozent im laufenden Jahr deutlich unterhalb des Peergroup-Durchschnitts liege. Auch Morningstar habe das quantitative Sterne-Rating für den Fischer-Fonds Ende Februar von fünf auf vier Sterne abgesenkt.

Ein Grund für die schwächere Performance des Fonds sei in der Trendwende an den Aktienmärkten im Herbst 2018 zu sehen, von der vor allem Nebenwerte und Value-Titel betroffen gewesen seien. "Für das Portfolio des Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen hatte die Entwicklung negative Konsequenzen", erläutere Fischer auf Nachfrage von FONDS professionell ONLINE. Hinzu gekommen seien überproportionale Performance-Belastungen durch einzelne Titel wie Telecom Italia oder Gerry Weber.

Durch die Erholung an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn 2019 habe der Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen zwar etwas zulegen können. "Da wir unsere Aktienquote nach den ersten Januartagen aber insgesamt verringert hatten, war die Performance zwar positiv, fiel aber relativ gesehen schwächer aus", erkläre Fischer. Ein Auseinanderlaufen zwischen Value- und Growth-Strategien sei am Ende einer Hausse allerdings öfter zu beobachten. "Mittelfristig werden sich fundamentale Bewertungen durchsetzen, wovon Fonds wie unsere dann wieder profitieren sollten."

Die zehn größten Fonds mit einem Downgrade im Februar:

BGF Euro Bond
Goldman Sachs EM CORE Equity Portfolio
Investec GSF EM LC Dynamic Debt
Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen (ISIN DE000A0M8HD2 / WKN A0M8HD)
Amundi Funds II Absolute Return Multi-Strategy
UniStrategie: Konservativ
BGF Global Allocation
DWS Vermoegensmandat-Balance (ISIN LU0309483435 / WKN DWS0NL)
BNY Mellon Absolute href="/bny_mellon_global_funds_plc_bny_mellon_absolute_return_equity_fund_eur_r_acc_hedged_A1JBT7-fonds">Return Equity
Sparinvest-Procedo
Quelle: Scope Analysis, Stand: 28.02.2019

Die Scope-Analysten hätten aber nicht nur neue Noten vergeben. Zusätzlich hätten sie sich die Ratings der 25 größten Aktienfonds angeschaut. Zusammen würden diese mehr als 180 Milliarden Euro verwalten. Auffällig sei dabei, dass 80 Prozent der Fonds-Schwergewichte ein Top-Rating halten würden. Über die Gesamtheit aller 6.100 geprüften Portfolios hinweg betrage die Top-Rating-Quote hingegen nur rund 33 Prozent.

Für die hohe Konzentration von Spitzennoten unter den großvolumigen Aktienfonds habe Scope eine wesentliche Erklärung: Fonds, die in ihrer Peergroup über einen längeren Zeitraum zu den Top-Produkten zählen würden, also verlässlich Outperformance generieren und über Top-Ratings verfügen würden, würden regelmäßig Anlegergelder anziehen. Diese Konzentration der Mittelzuflüsse auf wenige Top-Produkte lasse sich in nahezu allen Fonds-Peergroups beobachten.

Das Scope Fondsrating bewerte die Qualität eines Fonds innerhalb seiner Vergleichsgruppe. Das Rating reflektiere unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko.

Die Ratingagentur bewerte laut eigenen Angaben aktuell exakt 6.131 in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Investmentfonds (UCITS). Das investierte Vermögen dieser Fonds summiere sich auf rund drei Billionen Euro. Das Fondsrating von Scope umfasse fünf Ratingstufen von A bis E. Als Top-Rating würden A- und B-Ratings gelten. Die Fondsratings seien aktuell wie folgt verteilt:

521 Fonds mit A-Rating (8,5%)
1.582 Fonds mit B-Rating (25,8%)
1.984 Fonds mit C-Rating (32,4%)
1.538 Fonds mit D-Rating (25,1%)
506 Fonds mit E-Rating (8,2%) (22.03.2019/fc/n/s)






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